Check24 und Verivox: Warum Makler den Preiskampf verlieren — und wo sie ihn gewinnen
V Volodymyr Snihovyi Gründer & Inhaber, TrendPlus
Den Preiskampf gegen Vergleichsportale kann ein Versicherungsmakler nicht gewinnen — und sollte ihn nicht führen. Portale sind auf Reichweite und Abschlussgeschwindigkeit gebaut: achtstellige Werbebudgets, hohe Markenbekanntheit, Dominanz bei den generischen Suchbegriffen. Makler gewinnen auf fünf anderen Feldern: Bedarfsanalyse statt Merkmalvergleich, Sparten, die sich nicht sinnvoll vergleichen lassen, Begleitung im Schadenfall, dokumentierte Beratungshaftung und Kontinuität über Jahre. Dieser Beitrag beschreibt beides sachlich — warum die eine Auseinandersetzung verloren ist, und wie man die andere führt, ohne wettbewerbsrechtlich anzuecken.
Warum der Preiskampf strukturell verloren ist
Es hilft, sich die Größenordnungen einmal nüchtern anzusehen, statt sie zu verdrängen:
| Vergleichsportal | Einzelmakler | |
|---|---|---|
| Werbebudget | zweistelliger Millionenbetrag pro Jahr | selten über 10.000 € |
| Markenbekanntheit | Fernsehen, Radio, Plakat | im eigenen Ort |
| Generische Suchbegriffe | dauerhaft dominant | chancenlos |
| Kosten je Abschluss | sinken mit der Menge | bleiben konstant |
| Beratungstiefe | standardisiert | individuell |
| Ansprechpartner | wechselnd | derselbe seit Jahren |
Die ersten vier Zeilen sind der Grund, warum jede Strategie scheitert, die auf „billiger“ oder „auch vergleichen“ hinausläuft. Die letzten beiden sind der Grund, warum es trotzdem 46.000 Maklerbetriebe in Deutschland gibt — und warum sie nicht verschwinden.
Der teuerste Fehler ist deshalb der Vergleichsrechner eines Fremdanbieters auf der eigenen Website. Er verlegt das Gespräch auf genau das Feld, auf dem Sie unterlegen sind, gibt die Daten Ihres Besuchers an einen Dritten und wirbt indirekt für das Geschäftsmodell, gegen das Sie antreten. Was stattdessen auf die Seite gehört, steht in Diese 7 Seiten brauchen Sie.
Was ein Vergleichsportal rechtlich eigentlich ist
Ein Punkt, der in Kundengesprächen oft überrascht: Die großen Portale sind im Versicherungsgeschäft selbst Versicherungsvermittler mit Erlaubnis nach § 34d GewO und Eintrag im Vermittlerregister. Es handelt sich also nicht um eine neutrale Vergleichsinstanz gegenüber einem Vermittler, sondern um zwei Vermittler mit unterschiedlichem Geschäftsmodell.
Daraus folgt zweierlei. Erstens: Für beide gelten dieselben Informations- und Beratungspflichten aus VVG und VersVermV. Zweitens — und das ist der praktisch wichtigere Punkt: Auch ein Portal wird für vermittelte Verträge vergütet. Die Frage im Kundengespräch lautet also nicht „mit oder ohne Provision“, sondern welche Leistung für dieselbe Provision erbracht wird.
Das ist eine sachliche Feststellung, keine Unterstellung — und genau in dieser Form gehört sie ins Gespräch.
Die fünf Felder, auf denen Makler strukturell gewinnen
1. Bedarfsanalyse statt Merkmalvergleich
Ein Vergleich beantwortet die Frage: „Welcher Tarif erfüllt die von mir angehakten Kriterien am günstigsten?“ Er setzt voraus, dass der Kunde die richtigen Kriterien kennt.
Genau das ist bei erklärungsbedürftigen Sparten selten der Fall. Wer eine Berufsunfähigkeitsversicherung sucht, kennt in der Regel weder die Bedeutung der abstrakten Verweisung noch die Folgen einer Nachversicherungsgarantie noch die Konsequenzen einer ungenauen Angabe in der Gesundheitsprüfung. Ein Filter, der auf falschen Annahmen beruht, liefert ein präzises Ergebnis auf die falsche Frage.
Ihr Vorteil ist nicht, den besseren Tarif zu finden — sondern die richtige Frage zu stellen.
2. Sparten, die sich nicht sinnvoll vergleichen lassen
Nicht jede Sparte eignet sich gleich gut für einen automatisierten Vergleich. Als Faustregel: Je stärker das Ergebnis von individuellen Umständen abhängt, desto weniger trägt ein Filter.
| Sparte | Vergleichbarkeit | Warum |
|---|---|---|
| KFZ | hoch | Leistung weitgehend standardisiert |
| Hausrat, Haftpflicht | hoch | überschaubare Bedingungswerke |
| Wohngebäude mit Elementar | mittel | Lage, Bauart, Vorschäden |
| Berufsunfähigkeit | gering | Gesundheitsprüfung, Beruf, Bedingungsdetails |
| Private Krankenversicherung | gering | Lebensentscheidung mit Jahrzehnten Wirkung |
| Gewerbe und Betriebshaftpflicht | gering | Betriebsart, Tätigkeitsschwerpunkte, Deckungslücken |
| Betriebliche Altersvorsorge | sehr gering | Arbeitsrecht, Steuern, Verwaltung |
Die strategische Konsequenz ist unbequem, aber eindeutig: Wer sein Geschäft auf den oberen zwei Zeilen aufbaut, kämpft dauerhaft gegen die Skaleneffekte an. Wer sich auf die unteren vier verlagert, tritt in einem Feld an, in dem Reichweite wenig hilft. Nebenbei sind das auch die Sparten mit den höheren Bewertungssummen und der längeren Bindung.
3. Der Schadenfall — das eigentliche Produkt
Eine Versicherung wird beim Abschluss bezahlt, aber im Schadenfall bewertet. Das ist der Moment, in dem sich zeigt, was der Vertrag wert ist — und was die Betreuung.
Konkret heißt Ihre Leistung dort: Meldung übernehmen, Formulierungen prüfen, bei Kürzung oder Ablehnung widersprechen, den Ablauf begleiten und den Kunden erreichbar sein lassen, ohne Wartemusik. Dieses Argument ist beim Abschluss abstrakt und im Schadenfall alles. Deshalb gehört es vor den Abschluss — und mit einem Beispiel, nicht als Behauptung.
4. Beratungshaftung und Dokumentation
Ein Makler haftet für seine Empfehlung. Er ist verpflichtet, Bedarf zu ermitteln, zu beraten, seinen Rat zu begründen und das zu dokumentieren (§§ 60 ff. VVG). Diese Dokumentation ist für den Kunden eine handfeste Position, falls sich später herausstellt, dass eine Deckung fehlt.
Bei einem Abschluss ohne Beratung — etwa nach einem Beratungsverzicht — verschiebt sich diese Verantwortung erheblich zulasten des Kunden. Das ist kein Vorwurf an irgendeinen Anbieter, sondern eine Rechtsfolge, die die wenigsten Kunden kennen. Es lohnt, sie einmal in einem Satz zu erklären.
5. Kontinuität über Jahre
Absicherung ist kein Zustand, sondern ein Verlauf. Hausbau, Familienzuwachs, Selbstständigkeit, Betriebsübernahme, Ruhestand — jedes dieser Ereignisse verändert den Bedarf. Ein Portal ist auf den Abschluss optimiert, nicht auf die Wiedervorlage in vier Jahren.
Genau deshalb ist ein System für Anlässe und Wiedervorlagen kein Verwaltungsluxus, sondern Ihr Alleinstellungsmerkmal in ausführbarer Form. Wie sich das ohne zusätzlichen Aufwand betreiben lässt, beschreibt CRM & Automatisierung.
Die fünf Sätze, die im Gespräch wirken
Wenn der Einwand kommt — „Ich habe da online etwas Günstigeres gefunden“ — funktionieren fünf Antworten, weil sie den Preis nicht bestreiten, sondern die Frage erweitern:
- „Schauen wir uns die Unterschiede gemeinsam an — bringen Sie das Angebot gerne mit.“ Nimmt die Konfrontation heraus und macht Sie zum Prüfer statt zum Verkäufer.
- „Der Beitrag ist die eine Zahl. Die andere steht in den Bedingungen — und die entscheidet im Schadenfall.“ Verlagert das Gespräch auf ein Feld, auf dem Sie zu Hause sind.
- „Wer meldet den Schaden, wenn es so weit ist, und wer widerspricht bei einer Kürzung?“ Eine ehrliche Frage, keine rhetorische — sie beantwortet sich beim Nachdenken von selbst.
- „Ich hafte für das, was ich Ihnen empfehle, und dokumentiere es. Das ist Ihre Absicherung gegenüber mir.“ Verwandelt eine Pflicht in ein Argument.
- „Wenn sich in drei Jahren etwas ändert, rufen Sie mich an — und ich weiß, worüber wir sprechen.“ Das Argument, das kein skalierendes Modell nachbauen kann.
Was in keinem dieser Sätze vorkommt: eine Abwertung des Wettbewerbers. Das ist kein Stil, sondern Absicht — dazu gleich mehr.
Was online sichtbar sein muss, damit das ankommt
Diese fünf Argumente wirken nur bei jemandem, der bereits mit Ihnen spricht. Damit es überhaupt so weit kommt, müssen sie vorher sichtbar sein — sonst entscheidet der Interessent bereits vor dem ersten Kontakt nach dem einzigen Kriterium, das er sieht.
- Eine Schwerpunktseite je schwer vergleichbarer Sparte, die die typischen Fehler in dieser Sparte erklärt. Wer erklärt, warum ein Vergleich hier zu kurz greift, hat das Argument schon geführt, bevor es zum Einwand wird.
- Ein Schadenfall als Beispiel. Anonymisiert, aber konkret: Was passiert ist, was Sie getan haben, wie es ausging.
- Ihr Gesicht und Ihr Name. Der strukturelle Vorteil gegenüber jedem Portal — und der einzige, den man freiwillig aufgibt, indem man ihn versteckt.
- Echte Bewertungen mit Namen und Datum. Sie belegen Kontinuität und Erreichbarkeit, die beiden Punkte, die sich sonst nur behaupten lassen.
- Lokale Sichtbarkeit. Bei „Versicherungsmakler + Stadt“ konkurrieren Sie nicht mit einem nationalen Werbebudget, sondern mit den Kollegen im Ort. Wie das geht: Local SEO für Versicherungsmakler.
Der zweite Weg um die Portale herum sind KI-Assistenten. Wer dort fragt, welchen Makler er für eine Berufsunfähigkeitsversicherung in seiner Region nehmen soll, bekommt keine Preisliste, sondern eine Empfehlung — und in diesem Format zählen Nachvollziehbarkeit und ein realer Ansprechpartner mehr als Werbebudget. Details in Von ChatGPT empfohlen werden.
Was Sie nicht tun sollten — auch rechtlich nicht
Vergleichende Werbung ist in Deutschland grundsätzlich zulässig, aber § 6 UWG zieht Grenzen. Unzulässig ist unter anderem, wenn der Vergleich Waren oder Dienstleistungen eines Mitbewerbers herabsetzt oder verunglimpft, wenn er sich nicht auf objektiv nachprüfbare Eigenschaften bezieht oder wenn er irreführt.
Praktisch heißt das für Ihre Website und Ihre Gespräche:
- Keine pauschalen Abwertungen. „Portale beraten nicht“ ist als Pauschalaussage angreifbar — die genannten Anbieter sind selbst zugelassene Vermittler mit Beratungspflichten.
- Keine unbelegten Behauptungen über Provisionshöhen, Ablehnungsquoten oder Servicequalität eines namentlich genannten Wettbewerbers.
- Keine fremden Marken- oder Logoverwendung in Werbemitteln, die den Eindruck einer Verbindung erwecken.
- Statt dessen: die eigene Leistung konkret beschreiben. „Ich melde Ihren Schaden und begleite den Vorgang bis zur Regulierung“ ist eine überprüfbare Aussage über Sie — und damit unangreifbar.
Das ist nicht nur rechtlich sicherer, sondern auch wirksamer. Wer über den Wettbewerb spricht, macht ihn zum Thema. Wer über die eigene Leistung spricht, macht sich zum Thema.
Wo Portale tatsächlich besser sind
Ein Argument wird glaubwürdig, wenn es seine Grenzen kennt. Bei diesen Punkten hat ein Portal die Nase vorn, und es lohnt nicht, das zu bestreiten:
- Geschwindigkeit bei einfachen Sparten. Eine KFZ-Versicherung nachts um elf abzuschließen ist bequem, und dafür braucht niemand ein Gespräch.
- Marktbreite bei standardisierten Produkten. Hundert Tarife in Sekunden zu sortieren ist eine Rechenaufgabe.
- Verfügbarkeit rund um die Uhr. Sie schlafen, das Portal nicht.
- Preistransparenz beim reinen Beitrag. Nachvollziehbar dargestellt.
Wer das offen einräumt, gewinnt für die anderen Aussagen an Gewicht. Und es führt zu einer brauchbaren Positionierung: Überlassen Sie die einfachen Sparten dem Selbstabschluss und besetzen Sie die Beratungsfälle. Das ist kein Rückzug — es ist die Konzentration auf das Geschäft mit der höheren Marge und der längeren Bindung.
Fazit
Der Preiskampf ist verloren, bevor er beginnt — und er ist auch nicht das Spielfeld. Makler gewinnen dort, wo Standardisierung an ihre Grenze stößt: bei der richtigen Frage vor dem Vergleich, bei Sparten mit individuellen Umständen, im Schadenfall, bei der dokumentierten Verantwortung für die Empfehlung und über die Jahre hinweg.
Die Aufgabe ist deshalb keine rhetorische, sondern eine der Sichtbarkeit: Diese fünf Stärken müssen online zu sehen sein, bevor jemand nach dem Preis entscheidet. Wenn Sie wissen wollen, welche davon auf Ihrer Website heute erkennbar ist — wir sehen es uns im kostenlosen Erstgespräch gemeinsam an. Was ein Umbau kostet, steht offen auf unserer Preisseite.
Häufige Fragen
Wegen der Struktur, nicht wegen der Qualität: Portale arbeiten mit zweistelligen Millionenbudgets für Werbung, hoher Markenbekanntheit aus Fernsehen und Radio und Skaleneffekten, die ihre Kosten je Abschluss mit steigender Menge senken. Bei generischen Suchbegriffen wie „Versicherung vergleichen“ ist dagegen kein Einzelmakler konkurrenzfähig. Der Wettbewerb lässt sich nur auf anderen Feldern führen.
Im Versicherungsgeschäft ja: Die großen Vergleichsportale sind mit Erlaubnis nach § 34d GewO als Versicherungsvermittler zugelassen und im Vermittlerregister eingetragen. Es stehen sich also zwei Vermittler mit unterschiedlichem Geschäftsmodell gegenüber, nicht ein neutraler Vergleich und ein Vermittler. Auch ein Portal wird für vermittelte Verträge vergütet.
Dort, wo das Ergebnis stark von individuellen Umständen abhängt: Berufsunfähigkeit, private Krankenversicherung, Gewerbe- und Betriebshaftpflicht sowie betriebliche Altersvorsorge. Gesundheitsprüfung, Betriebsart, Bedingungsdetails und arbeitsrechtliche Fragen lassen sich nicht sinnvoll filtern. In KFZ, Hausrat und Haftpflicht ist die Standardisierung dagegen hoch.
Vergleichende Werbung ist nach § 6 UWG grundsätzlich zulässig, muss sich aber auf objektiv nachprüfbare Eigenschaften beziehen und darf den Mitbewerber weder herabsetzen noch verunglimpfen oder irreführen. Pauschale Abwertungen und unbelegte Behauptungen über Provisionen oder Servicequalität sind angreifbar. Sicherer und wirksamer ist es, die eigene Leistung konkret und überprüfbar zu beschreiben.
In der Regel nein. Ein Rechner eines Fremdanbieters verlagert das Gespräch auf den Preis — genau das Feld, auf dem ein Einzelmakler unterlegen ist —, gibt die Daten Ihres Besuchers an einen Dritten weiter und wirbt indirekt für das konkurrierende Geschäftsmodell. Wirksamer sind Schwerpunktseiten, die die typischen Fehler einer Sparte erklären und zum Gespräch führen.
Über fünf Elemente: eine eigene Seite je schwer vergleichbarer Sparte mit den typischen Fehlern darin, ein anonymisiertes, konkretes Schadenbeispiel, ein echtes Foto und Ihren Namen statt einer anonymen „Wir“-Ansprache, echte Bewertungen mit Namen und Datum sowie lokale Sichtbarkeit bei „Versicherungsmakler + Stadt“. TrendPlus setzt genau das für Vermittler deutschlandweit um; das Erstgespräch ist kostenlos.